Das Familiensystem

Innerhalb der Familie gibt es feststehende Regeln.

So hat jeder seinen guten und richtigen Platz im Gefüge.
Übernimmt jemand eine andere Stellung, als die, die ihm zusteht, so sind die Regeln auf den Kopf gestellt und das System kommt ins Ungleichgewicht.
Bert Hellinger nennt dies, die Ordnungen der Liebe.
Es besagt, dass Vorherige im System Vorrang haben und geachtet werden müssen.
Kinder kommen in dieser Ordnung nach ihren Eltern, dürfen klein sein und von den Eltern nehmen, die Eltern sind die Gebenden.
Dies klingt eigentlich selbstverständlich und doch ist es so dass, wenn die Eltern durch eigenes schweres Schicksal ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind, die Kinder gar nicht anders können, als ihren Eltern zu helfen und im Extremfall deren Rolle einzunehmen. Kinder können gar nicht anders, als dieses Vakuum zu füllen, sie tun dies zum Einen aus tiefer Liebe zu ihren Eltern, zum Anderen, um selbst überlebensfähig zu sein.
Dieses Muster bleibt in der Regel ein Leben lang mehr oder weniger erhalten und führt entweder dazu, dass die längst erwachsenen Kinder in einer kindlichen Liebe an den Eltern hängen und nicht frei sind für ihr eigenes Leben, ihre eigene Partnerschaft und Familie – oder sie wenden sich irgendwann verbittert ab und sind durch diesen Groll weiterhin auf ungute Weise an ihre Eltern gebunden. Auch wenn es uns oft nicht bewusst ist, in unserem Inneren, unserer Seele, ist die tiefe Verbindung zu unserer Familie, unseren Ahnen und Ahninnen da. Das gilt auch, oder oft im besonderen, solchen Familienmitgliedern gegenüber, die z . B. verheimlicht, unbekannt, unehelich, ausgestoßen, abgetrieben, nicht geachtet sind, oder ein anderes schweres Schicksal hatten.
Diese Urliebe sorgt dafür, dass kein Familienmitglied vergessen oder ausgeschlossen wird. Geschieht dies doch, so verhält sich oft ein Nachfolgender so, wie dieses vergessene Familienmitglied. Der Nachfolgende ahmt seine Verhalten nach und macht so lange Probleme, bis hingeschaut wird und diese Person als Mitglied der Familie gesehen und gewürdigt wird.
Aus Liebe und unbewusster Loyalität, übernehmen wir ihre Gefühle, ihr Leid oder gar ihre Schuld.

Warum eine Familienaufstellung?
Alle Mitglieder eines Familiensystems sind durch
Urliebe miteinander verbunden.

Wir leben in verschiedenen Systemen und Gruppen. Das einflussreichste System, dem wir angehören, ist unsere Familie. Was in unserer Familie geschehen ist, prägt uns ein Leben lang und hat Einfluss auf unser Denken, Handeln und Fühlen.
Wir übernehmen unbewusst die Muster und das Wissen unserer Familie, oft über Generationen hinweg.

Aus Liebe und Loyalität können seelische Verstrickungen und Symbiosemuster entstehen, die sowohl unser privates, als auch unser beruflichen Leben beeinflussen.
Der Weg zu Selbstverwirklichung und einem freien und selbstbestimmten Leben ist blockiert. Beim Familienaufstellen wird dies sichtbar.
Diese Hindernisse zu erkennen, sie zu bearbeiten und aufzulösen,
ist das Ziel des Familien(auf)stellens.